Wie du deinen Podcast selbst transkribieren kannst

In diesem Beitrag verrate ich dir, welche Transkriptionsart für deine Bedürfnisse und Voraussetzungen und natürlich für deinen Podcast am besten geeignet ist.

Danach werde ich dir 3 Möglichkeiten zeigen, wie du effizient und vor allem kostenlos die Inhalte deines Podcasts selbst transkribieren kannst!
Und zwar mithilfe einer manuellen Transkription – mit und ohne Tools.
Die KI-unterstützten Alternativen, die sich für eine zusätzliche Untertitelung anbieten, werde ich in einem nächsten Beitrag vorstellen. (Trag dich am besten gleich in unseren Newsletter ein, um diesen nicht zu verpassen.)

Übrigens: Wenn du zwar keinen Podcast, aber z. B. im Rahmen deiner Bachelor- oder Masterarbeit durchgeführte Interviews selbst transkribieren möchtest, werden dir viele dieser Tipps trotzdem sehr hilfreich sein.

Erste Hürden für den Text deines Podcasts

Audioqualität ist das A und O

Bevor wir loslegen: Es gibt bei einer Transkription kaum etwas Anstrengenderes als eine schlechte Aufnahmequalität.
Geschweige denn bei einem Podcast: Ich habe erst gestern einen Beitrag einer angesehenen Zeitung nicht weiter anhören können, da die Befragte (per App zugeschaltet) extrem schlecht zu hören war. Einfach nur mühsam, nein danke.

Bei der Audioqualität wie bei vielem anderen gilt: «Vorbeugen ist besser als Heilen!», nachträgliches Nachjustieren ist nicht unbedingt effizient, aber möglich.

Die Sprache

… und deren Rechtschreibung.
Wenn sie nicht bereits von Anfang an gut ist, wirst du am Ende kein gutes Ergebnis bekommen. Selbst eine gute Rechtschreibprüfung deiner Software kann nicht alle Fehler erkennen.
Ein Korrektorat von einem Profi kann dir dabei aber sicher weiterhelfen.
(Schon erwähnt, dass wir eine ganzheitliche Komplettlösung dafür anbieten? 😉 )

Die erste Entscheidung:
Brauchst du maschinelle Unterstützung oder kannst du alles selbst abtippen?

Um diesen Punkt für dich und deinen Podcast zu beantworten, habe ich 3 ausschlaggebende Fragen, die deine Bedürfnisse und Voraussetzungen einstufen sollen:

  1. Möchtest du ebenfalls Untertitel für deine Inhalte erstellen?
  2. Wie schnell und mit welcher Genauigkeit kannst du tippen?
  3. Wie lang ist die Gesamtdauer der zu verschriftenden Aufnahmen und wie viel Zeit hast du zur Verfügung?

1. Untertitel

Falls du ebenfalls Untertitel erstellen möchtest, solltest du gleich zu den KI-unterstützen Varianten springen bzw. auf meinen nächsten Artikel zu diesem Thema warten.
Dies soll aber nicht bedeuten, dass das die einzige Möglichkeit ist. Natürlich kann man Untertitel auch zu 100 % manuell erstellen.
Jedoch ist die KI-unterstützte Variante die schnellste, effektivste und auch vom Preis-Leistung-Verhältnis her die beste Lösung dafür.

2. Genauigkeit

Wenn du die zweite Frage nicht beantworten kannst, kannst du deine Werte hier messen.
Unter einer Geschwindigkeit von 60 Wörtern pro Minute (WPM) und/oder unter einer Genauigkeit von 90 Prozent empfehle ich dir, auf eine maschinelle Unterstützung auszuweichen.
Hast du aber Werte von über 100 WPM erreicht? Dann gratuliere ich dir! Du bist dann sogar schneller als ich als Profi und das ist eine hervorragende Leistung!
Jedoch ist die Schreibgeschwindigkeit bei einer Transkription lediglich eine Voraussetzung, aber kein Indikator für (schnellen) Erfolg. Um ganz genau zu sein, kommt dabei das „Law of Diminishing Returns“ ins Spiel, also das Gesetz des sogenannten sinkenden Grenzertrags: Ab einer gewissen Tippgeschwindigkeit wird es immer unwichtiger, wie schnell man tippen kann, wohingegen andere Faktoren entscheidender werden.
Auf jeden Fall bist du bei dem erweiterten Test mit 60+ WPM gut dabei und kannst dir eine vollständige manuelle Transkription zutrauen.

3. Zeit

Die dritte Frage zielt eher auf dein Konzentrationsvermögen und deine Ausdauer ab.
10 Minuten Audiomaterial am Tag zu transkribieren, dürfte für dich kein Problem sein – jedoch würde ich dafür zumindest eine Arbeitsstunde einplanen und zwar ohne die Zeit fürs Korrekturlesen, die du noch hinzuaddieren musst.
Ich sage dürfte, denn zwei Bekannte, die es ausprobiert haben, ein Transkript selbst zu erstellen, haben nach ca. 3–5 Audiominuten (und mehreren Arbeitsstunden) verzweifelt aufgegeben.
Einer davon hatte davor noch (niederschwellig abwertend) gemeint: »Was du machst, kann aber jeder machen.« Diese Aussage würde übrigens zu 100 % stimmen, wären Genauigkeit, Qualität, vernünftige Lieferzeiten und nicht zuletzt Wirtschaftlichkeit keine relevanten Kriterien fürs „Machen“.
Probier es aber einfach aus und bilde dir dein eigenes Urteil. Wer weiß, vielleicht steckt in dir ja meine nächste Konkurrenz? 😉

Ran an die Audiodatei deines Podcasts: Transkribieren und Optimieren

Back to business & hands down:
Eine Arbeitsstunde, um 10 Audiominuten deines Podcasts zu transkribieren, entspricht einem Faktor 6. Es dauert also sechsmal so lang – 60 Minuten Aufwand für 10 Minuten Material.

Jedoch könnte daraus auch ganz schnell ein Faktor 10 werden – je nach Aufnahmequalität und wie du dabei vorgehst.
Und ich gehe hier übrigens von einer geglätteten Transkription und keiner wortwörtlichen Transkription aus, da du alles andere gar nicht verwenden bzw. veröffentlichen könntest.
(Mehr Infos dazu und zur Entscheidung, welche Art von Transkription für deinen Zweck geeignet ist, erfährst du in diesem Artikel).

Als Anfänger würde ich mir des Weiteren nicht mehr als 30 Minuten Audiomaterial pro Tag vornehmen, denn beim Transkribieren ist sehr viel Konzentration erforderlich und es werden auch unbedingt Pausen zwischendurch benötigt!
Mehrere Tage Transkription in der Woche, ohne einen Tag Pause einzuplanen, würde ich ebenfalls vermeiden. Denn dein Ergebnis soll ja auch etwas hermachen, oder?

Ich persönlich habe mich übrigens für den langfristig schonenderen Weg entschieden und transkribiere mit wenigen Ausnahmen fast nur noch maschinell unterstützt, auch weil dies sehr vorteilhaft für eine zusätzliche Lieferung in einem gängigen Untertitel-Format ist – was sich auch die meisten meiner Kunden für ihren Podcast oder ihre Inhalte wünschen.

Erfüllst du aber die zuvor genannten Voraussetzungen und ist es für deine Zwecke dienlich, kannst du dich auch der rein manuellen Variante widmen:

Transkription deines Podcasts über MS Word und VLC Global Hotkeys

  • Pro: bekannte Software, keine neue Installation nötig, vertraute Umgebung, Makro-Vielfalt, eingebaute Rechtschreibprüfung
  • Kontra: Zeitmarkensetzung erfolgt nur manuell, keine Unterstützung für Untertitel, Rechtschreibprüfung nicht zu 100 % verlässlich

Wenn du andere Blogs liest oder diese vielleicht sogar bereits nach DIY-Transkriptionstipps durchforstet hast, wirst du bestimmt schon gelesen haben, dass man unbedingt Tools bräuchte.
Tools, um einen Texteditor mit einem Audioplayer zu verbinden.
Schlussendlich wolle niemand das Hin-und-her-Jonglieren mit den unterschiedlichen Fenstern – das sei nervenraubend und zeitintensiv.

Dieses „Nur lesen, aber nicht selbst Ausprobieren“ ist jedoch ein Teufelskreis … denn erst die eigene Umsetzung macht einen wirklich schlau und effizient.

Sogar der professionelle Anbieter Transkripto meint übrigens, «der Vorteil [einer Transkriptionssoftware] gegenüber normalen Abspielprogrammen wie beispielsweise Windows Media Player oder dem VLC-Player ist, dass die Wiedergabe der Aufnahme in der Geschwindigkeit reguliert werden kann.» – was aber schlicht falsch ist.

Nun geht’s ans Eingemachte – Optimierung deines Workflows

Natürlich sollte man nicht hin und her springen – (das ist sogar, wenn man Alt + Tab verwendet, suboptimal) – da du dadurch enorm Zeit verlierst.

Aber um dies zu umgehen, braucht man nicht zwingend ein Tool.
Wir Profis vergeben dafür sogenannte Global Hotkeys.

Global im Sinne, dass sie immer aktiv sind, selbst wenn das Audioplayer-Fester momentan nicht ausgewählt ist – während du also im Texteditor tippst, was ja Sinn und Zweck der Sache ist.

Dafür öffnest du den VLC und drückst du Strg + P --> Tastenkürzel oder klickst auf Werkzeuge --> Einstellungen --> Tastenkürzel.
Dabei wählst du dann in der Spalte „Global“ die passende Aktion mit Doppelklick.
Eine sinnvolle, aber sicher nicht die einzige mögliche Belegung, wäre folgende:

  • Abspielen/Pause: F1
  • sehr kurzer Sprung zurück: F2
  • kurzer Sprung zurück: F3
  • schneller (fein): F4
  • langsamer (fein): F5

Weitere Tipps und Tricks für die DIY-Transkription deines Podcasts

Wie deine ideale Belegung aussieht, wirst du durch Ausprobieren herausfinden.

Wichtig dabei ist, dass du die Aufnahmegeschwindigkeit steuern, zurückspulen und pausieren kannst.
(Dabei sollten die belegten Hotkeys keine Tasten sein, die du sonst für andere Befehle verwendest, und sie sollten auch mit wenig Handbewegungen in Reichweite sein.)

Um dir die Arbeit etwas zu erleichtern, kannst du dir dafür Makros aufnehmen und dann umprogrammieren – dafür braucht man übrigens nicht wirklich „High-tech“-EDV-Kenntnisse.
Damit kann man z. B. auf Tastendruck „Interviewer:“ und „Befragte:“ hinzufügen. Sehr wichtig, wenn du in deinem Podcast keinen Monolog führst, sondern einen Gesprächspartner hast oder einen Experten zu einem Thema befragst.

Makros können am Ende des Transkripts übrigens auch zur Entfernung überflüssiger Leerzeichen und zur weiteren Formatierung (wie Zeilenabstand, Schriftgröße, Schriftart, Leerzeichen vor einem Absatz löschen, doppelte Absätze entfernen etc.) eingesetzt werden.

Mögliche unterstützende Software

Sollten für deinen Podcast Zeitmarken relevant sein, empfehle ich dir, Easytranscript zu verwenden.

Easytranscript

Das ist ein kostenloses Java-basiertes Tool, das an die kostenpflichtige Software f4transkript angelehnt und für iOS und Windows verfügbar ist.

Intuitive und einfache Anwendung – setzt die Zeitmarken (automatisch beim Sprecherwechsel, je nach Einstellung) und auf Knopfdruck im Format #hh:mm:ss-ms# nach den Dresing-und-Pehl-Richtlinien.

Meine Erfahrung mit diesem Programm ist jedoch sehr limitiert, denn sobald man das Audio pausiert, spult die Transkriptionssoftware automatisch einige Sekunden zurück – ein No-Go für meine Ansprüche.
Die versprochene Aussage auf der Downloadseite von heise.de »… kann Transkript als YouTube-Untertiteldatei exportieren …« kann ich auch nicht bestätigen.
Eine Kollegin verwendet aber dieses Programm sehr gern und kommt damit auch ganz gut klar.

Probier es aber erst einmal selbst und erzähl mir von deiner Erfahrung!

Express Scribe

Die kostenlose Version von Express Scribe will ich hier noch der Vollständigkeit halber erwähnen.
Diese Software ist ebenso mit den Betriebssystemen Windows, Linux und iOS kompatibel.
Express Scribe bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie Easytranscript, es fehlt jedoch eine automatische Kennzeichnung der Sprecherwechsel.

Übrigens: Theoretisch kann jede Art von Text als Transkript auf YouTube hochgeladen werden – dabei braucht man aber etwas Erfahrung, damit z. B. Sonderzeichen wie Umlaute, scharfes S etc. richtig erkannt werden. Stichwort Encoding.

Zusammenfassung

Nun solltest du alle Infos haben, um deinen Podcast auf das nächste Level bringen zu können!

Konnte ich ein bisschen Klarheit in deinen Plan bringen, deinen Podcast selbst zu transkribieren?

Falls du aber das Gefühl haben solltest, nur Chinesisch verstanden zu haben, und lieber in eine professionelle Umsetzung deines Projekts investieren willst, um Zeit zu sparen und dich den Dingen zu widmen, in denen du wirklich gut bist:
Kontaktiere einfach uns!

Ich freue mich, dir eine für dich optimale Lösung vorschlagen zu können – lass uns die Worte deines Podcasts gemeinsam auf Papier bzw. den Bildschirm bringen!

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