Des Dudens neue Kleider – Wie du dich sprachlich auf den neuesten Stand bringst!

„Der Social Bot eiert wie ein Honk rum und verrät dadurch, dass er Fake ist.“

Alles klar?

Nun ja, nicht weiter schlimm, wenn ihr zum Verständnis erst einmal etwas verwirrt ein bis vier Wörter nachschlagen musstet.

Denn die Wörter „Social Bot”, „rumeiern”, „Honk” und „Fake” gehören neben anderen fast 5.000 Wörtern (!) erst seit der neuesten Auflage des Dudens aus 2017 zum meistverbreiteten Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache.

Der Duden – Beste Grundlage oder Sprachpanscher?

Noch vor ein paar Jahren (2013) wurde den Deutschen liebstes Nachschlagewerk vom „Verein Deutsche Sprache“ (VDS) zum „Sprachpanscher des Jahres“ gekürt.

Der ausschlaggebende Grund hierfür lag in der „lächerliche[n] [Verwendung von] Angeber-Anglizismen“, die eine „Demontage des Deutschen“ zur Folge hätten. (laut W. Krämer, Vereinsvorsitzender). Dazu dürften dann wohl auch Social Bot und Fake zählen.

Bis auf eine Ausnahme wurde seit 1997 dieser Titel ausschließlich Personen verliehen, darunter beispielsweise G. Oettinger… meiner Meinung nach die bisher beste Wahl! 😉

Wörter mit Migrationshintergrund

Angeblich hat zwar jedes vierte Wort von den mittlerweile ca. 145.000 Wörtern im Duden fremdsprachliche Wurzeln, davon jedoch nur 3,5 % aus dem Englischen. Da sollten wir uns eher Gedanken um „Mauer, Bankrott, Gurke oder Pyjama” machen.

Das etymologische Spektrum des Deutschen umfasst laut Kluge (2001) Sprachentlehnungen aus 26 Sprachen! Allen voran Latein und Französisch, liegt Englisch nur auf dem vierten Platz.

Wusstet ihr, dass wir auch Wörter aus dem Türkischen und sogar Japanischen übernommen haben?

Diese sogenannten Lehnwörter sind Beweis für einen intensiven Kontakt von Sprechern unterschiedlicher Sprachen und Kulturen, das immer einen Zugewinn darstellt.
Auch wenn in Bezug auf eine sehr konservative Ansicht von Sprachentwicklung dies oft kontrovers angesehen und diskutiert wird.

Ich persönlich fände es aber sehr langweilig, wenn ich noch mit meinem „Klapprechner“ arbeiten müsste. 😉

Noch mehr zur Übernahme fremdsprachlicher Wörter ins Deutsche findet ihr in einem Artikel meiner Lieblingszeitung der ZEIT.

Übrigens: Kennt ihr schon Germanismen, die aus dem Deutschen in anderen Sprachen übernommen wurden?

Dudenmonopol?

Seit der Reform der neuen deutschen Rechtschreibung 1996 wurde der Duden von seinem Thron als offizielle und tonangebende Instanz für eine amtlich geltende Rechtschreibung gestoßen.

Nach mehr als 40 Jahren vertritt „the one and only“ Regelwerk „nur“ noch einen Dokumentations- und Ratgeber-Anspruch.

Offizielle „Konkurrenz“ ist seit 2004 der „Rat für deutsche Rechtschreibung“, der eine Grundlage für die in eigenen Worten „Beobachtung und Weiterentwicklung der deutschen Rechtschreibung“, „Bewahrung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum“ und „Klärung von Zweifelsfällen der deutschen Rechtschreibung“ bietet.
Auch für uns „[e]in ‘Urmeter’ der deutschen Rechtschreibung”!

Tja, in Bezug auf dessen drittes Postulat machen jetzt aber auch WIR in unserer FB-Gruppe dem Ganzen Konkurrenz! 😉 Schaut mal rein!

Zur zugrunde liegenden, absolut fehlerfreien und offiziell geltenden Grundlage unserer wunderschönen deutschen Sprache verwendet ihr aber natürlich bitte das aktuelle Regelwerk des Rechtschreibrates.

Wörter außer Betrieb?

In diesem Zusammenhang sollte man auch den Wegfall bzw. die Streichung aufgrund von „Nichtverwendung“ „alter“ Wörter thematisieren.

Ein Hoch auf das „Fräuleinwunder“! (Bedeutet ursprünglich eine besondere und starke Frau der wirtschaftlichen Verhältnisse der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.)

Und auch wenn das „Kaiserwetter“ historisch bedingt nicht mehr passend ist, wird es weiterhin verwendet. Yay!

„Henkelmann“ – die neue Tupperware?

Auch ein tolles Wort, das meiner Meinung nach wieder voll im Kommen ist: „Henkelmann“.

Ein Henkelmann war ursprünglich ein Blechgeschirr, das an einem Henkel getragen wurde und zum Zweck der mobilen Mitnahme des Mittagessens (apropos: „Take-away“ 😉 ) von Kindern ihren Vätern in die Arbeit gebracht wurde.
In heutigen Zeiten überbordender Müllprobleme wieder absolut notwendig.

Und definitiv eine schönere Ausdrucksmöglichkeit als der generische Markenname „Tupperdose” – Stichwort „Deonym”.

Von daher:
Falls jemand Tupperware mit einem Start-up (und schon wieder Englisch) namens „Henkelmann“ Konkurrenz machen will: Ich bin beim Crowdfunding (und nochmal, da ich ja Anglizismen liebe) mit dabei!

Noch mehr „alte“ Wörter für euren Wortschatz findet ihr übrigenshier.

Wenn ihr sie schon kennt, seid ihr alt. 😉

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